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Grabow-Below

Kirche am Dorfteich

Der Name Grabow wird abgeleitet vom altslawischen „grabu“ – Hainbuche , somit Buchendorf oder Hainbuchenort.

Man nimmt an, daß es eine wendische Siedlung war.

Im Jahre 1344 gehörte Grabow zu jenen Dörfern, mit denen die in der Region einflußreiche Familie von Flotow belehnt wurde. Den Bauern erging es von da an schlecht. Sie wurden in der Folgezeit verkauft von Gutsherrn zu Gutsherrn.

Der Ort Below gehörte von Anfang an zum ritterschaftlichen Grundbesitz, es war aber kein reicher Besitz.

Um 1840 errichtete die Stadt Wittstock die städtische Försterei in Below, genannt Hirtenhaus.

Dort steht heute das Museum des Todesmarsches Below.


Am 21. April 1945 wurden die Häftlinge des KZ Oranienburg zum Todesmarsch nach Norden gezwungen. 30.000 Häftlinge aus 22 Nationen wurden in Marsch gesetzt. Bis der Zug den Belower Wald am 23./24. April erreichte, waren etwa 5.000 Häftlinge erschossen, erschlagen, verhungert, zu Tode gequält worden. Wieviel Tote im Belower Wald aus wieviel Nationen verscharrt wurden, ist unbekannt. Schätzungen sprechen von 700 - 800 Toten.

Grabow und Below liegen mit ihren Ländereien unmittelbar an der Grenze zum Land Brandenburg.

 

Den Mittelpunkt des Ortes Grabow bilden die Kirche und der Dorfteich, um diese herum reihen sich nur rechtsseitig die inzwischen modernisierten und gepflegten Siedlerhäuser. Die Kirche ist ein Neubau vom Geheimen Hofbaurath Möckel und entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie hat einen aus dem Achteck gebildeten Chorschluß mit drei Rundfenstern. Sie wurde zunehmend baufälliger und der Turm war am 18. Juni 1896 durch Blitzschlag zerstört. 1899 wurde ein Neubau begonnen. Dabei hatten die Grabower ¾ und die Belower ¼ aller Fuhren zu leisten. Bereits am 10. Dezember 1899 erfolgte die Einweihung.

Die Einfriedung des alten Friedhofes auf dem Kirchengelände wurde 1992 durch Mitarbeiter des Christlichen Jugenddorfwerkes im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) nach historischem Vorbild als Trockenmauerwerk wieder aufgebaut.

1999 bekam die Kirche ein neues Dach und im Mai 2000 fand auch der Wetterhahn wieder seinen Platz.

In beiden Orten gibt es in den letzten Jahren große Fortschritte auf kommunaler Ebene. So wurde das komplette Sanierungsprogramm an beiden Wohnblöcken realisiert. Die modernisierten Siedler- und Bauernhäuser sowie Eigenheime mit ihren gepflegten Vorgärten prägen das Dorfbild beider Dörfer.

Durch die schrittweise Sanierung kommt der Charakter des Runddorfes, der zum typischen Landschaftsbild gehört, wieder deutlich zum Ausdruck.