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Bollewick

Die größte Feldsteinscheune Deutschlands in Bollewick

Bollewick mit seinem Ortsteil Spitzkuhn liegt vor den Toren Röbels, unweit der Müritz. Mit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat Bollewick zwei weitere Ortsteile. Die Gemeinde Kambs mit ihrem Ortsteil  Wildkuhl wurde in Umsetzung der Gemeindevertreterbeschlüsse der Gemeinden Bollewick und Kambs Ortsteile der Gemeinde Bollewick. Die vergrößerte Gemeinde Bollewick wird der Forderung der Kommunalverfassung M-V gerecht, wonach eine Gemeinde nicht weniger als 500 Einwohner haben soll.

Bollewick ist ein sehr attraktives Dorf. Einen schönen Blick auf die Müritz erhält der Besucher vom Mohrberg, 111,8 m hoch. Gepflegte Einfamilienhäuser stehen rechts und links an der Hauptstraße. Viele entstanden erst nach der Wiedervereinigung. In den letzten 10 Jahren wurden 38 Gewerbetreibende in diesem schmucken Dorf sesshaft. Im Dorf befinden sich drei Kindertageseinrichtungen.

Das Vereinsleben bestimmen die freiwillige Feuerwehr, eine Frauengymnastikgruppe, eine Fußballmannschaft, der Reitverein und nicht zuletzt eine aktive Seniorengruppe.

Den Dorfmittelpunkt bildet der Weiher, der im Sommer die Kinder zum Baden einlädt und in dessen unmittelbarer Nähe sich auch die Scheune Bollewick befindet. Sie ist die größte Feldsteinscheune Deutschlands (Karte) .

In der DDR-Zeit war sie noch Kuhstall für 650 Rinder, heute beherbergt sie ca. 20 Unternehmen des Tourismusgewerbes und des Handwerks. Die Scheune Bollewick entwickelte sich zum kulturellen Anziehungspunkt nicht nur der Müritzregion.

Mit der Regionalschau „Die Mecklenburgische Seenplatte stellt sich vor“ wurde ein weiterer Meilenstein in Richtung Tourismusförderung für Mecklenburg- Vorpommern gesetzt.

Mit Unterstützung der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und unter Einbringung von erheblichen Eigenmitteln war es der Gemeinde möglich, dieses imposante Bauwerk "Feldsteinscheune" aus dem Jahre 1881 in seiner alten Pracht wieder herzustellen und einer zukunftsfähigen Nutzung zuzuführen.


Mit den Ausmaßen 125 m x 34 m bzw. 10.000 qm Nutzfläche auf drei Etagen beherbergt sie heute u.a.das Scheunenhotel mit Gaststättenbetrieb und einer anspruchsvollen Bar im Kellergewölbe.

Traditionelle Märkte, wie der Oster-, Herbst-, Bauern- und Adventsmarkt laden tausende von Besuchern ein. Die Gemeinde Bollewick konnte sich in den vergangenen Jahren jährlich auf mehr als 100.000 Besucher freuen. Kunstausstellungen, Konzerte und Theateraufführungen finden regelmäßig statt.

 

Sehenswert sind 2 Großsteingräber zwischen Bollewick und Spitzkuhn bzw. zwischen Bollewick und Erlenkamp.

Die erste urkundliche Erwähnung Bollewicks ist unter dem 21. Januar 1261 bei der Festsetzung der Feldmark von Röbel unter dem Namen Nedebuh bekannt - heute Nätebow. Nätebow bildete in den Gründerjahren den Ortskern der Gemeinde Bollewick.

Seit 1331 hat Nätebow seine eigene Kirche mit drei Altären. Diese wurden von dem Ritter von Werle, Konrad Büne, bewidmet. Er wird auch als Gründer von Bollewick genannt.

Interessant ist auch, dass 1305 Einkünfte aus Nätebow für die Vikarei der St. Nicolaikirche in Röbel gestiftet wurden. Laut Kirchenchronik wird hier der Röbeler Bürger Berthold von Zernow für die Eintragung erwähnt. Im 15. und 16. Jahrhundert wechselte der Besitz des Dorfes an verschiedene kirchliche und weltliche Fürsten. Im 30- jährigen Krieg, 1648, wurde das ganze Dorf nach einem Brand verwüstet und war nicht mehr bewohnt.

Im Ortsteil Spitzkuhn befand sich ein Gut, das 1682 Besitz des Rittmeisters Kaspar Christoph von Langermann wurde, dessen Nachfahren noch heute dort leben. Das Gut Spitzkuhn wurde wie auch Bollewick 1932 erheblich aufgesiedelt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die erste Schule zwischen Spitzkuhn und Bollewick erbaut. Heute ist dieses Gebäude ein ansprechender Landgasthof.

Für die Bebauung Bollewicks mit Eigenheimen gibt es weitere Pläne. So hat der Verein 55 + entlang des Weihers ein Gelände gekauft, erschlossen und bereits die meisten Grundstücke an Bauwillige verkauft. Dazu plant der Verein den Bau eines Mehrgenerationenhauses. Es ist für Kontakte untereinander genauso vorgesehen wie für Kontakte zu Menschen aus der Umgebung. Dem Verein geht es darum, auf die Zeit 55+ vorbereitet zu sein, eingebunden in einer Gemeinschaft. Die ersten Häuder sind bereits bezogen.


Entwicklungsziele der Gemeinde:

  • Schaffung von Landwerkstätten zur Herstellung hochwertiger Lebensmittel unter dem regionalen Design "Mecklenburgische Seenplatte"
  • verstärkte Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen
  • Nutzung von Solarenergie usw.

 

Im Jahr 2007 hat die Gemeindevertretung beschlossen, dass Bollewick ein Bioenergiedorf mit größtmöglicher Energieautonomie  werden soll.

Auf dem Dach der Landwerkstätten wurde bereits im Jahr 2006 eine Photovoltaikanlage errichtet, mit der jährlich ca. 18.000 kWh erzeugt werden. Eine weitere PV-Anlage wurde auf dem Dach der Feldsteinscheune installiert und im August 2009 ans Netz angeschlossen. Diese Anlage erzeugt ca. 76.000 kWh jährlich.

Von 2 ortsansässigen Landwirten wurden Biogasanlagen gebaut. Den erzeugten Strom speisen sie in das Netz des Regionalversorgers ein, mit der Wärme werden über ein Nahwärmenetz in Regie der Gemeinde ca. 50 Wohnhäuser und die Feldsteinscheune mit Wärme versorgt.

Im Jahr 2012 wurde die Strassenbeleuchtung auf LED-Leuchten umgestellt.

 

 

 

 

ehemalige Schule